Die Brauhaus – Ausstattung

Man glaubt nicht, wie viele Möglichkeiten es gibt, das eigene Brauhaus zu verwirklichen.
Manche kochen kleine Mengen im Kochtopf am Herd. Andere verwenden Einkochautomaten oder (getunte) Glühweinkessel.
Temperaturgesteuerte Braukessel – fortgeschritten auch mit Zeitsteuerung sind eine weitere Alternative. Auch Computergesteuerte Brauanlagen für die Heimbrauerei sind erhältlich.
Es sind kaum Grenzen gesetzt. Man kann sein Brauhaus von einfachst bis sehr kostspielig ausstatten.
Vor allem sollte man – gerade bei Kunststoffen – auf Lebensmittelechtheit achten.

Zuerst muss man sich Gedanken machen, welche Mengen an Bier (Ausstoß) man brauen will.
Ich habe mich auf ca. 20 l ± 5 l Ausstoß pro Brautag festgelegt.
Damit habe ich den ersten „Rahmen“ für die Anschaffung von Gerätschaften zur Ausstattung des Brauhauses gesteckt.

Meine „Hardware“-Ausstattung sollte nicht zu Kostspielig werden aber auch nicht billig. Mein mir selbst vorgegebenes Budget habe ich im Verlauf des Beschaffungsvorgangs mehrmals aufgestockt…..

Kessel und Bottich

Ich habe mich letztendlich für einen 35 l fassenden Maischekessel mit Temperatursteuerung, Leistungseinstellung (bis 2500 W), Trebereimer und Zirkulationssystem (Klarstein Brauheld) entschieden. Dazu einen Gärbottich für 30 l (Klarstein Maischfest Fermenter) aus Edelstahl.
Kürzlich hinzugekommen ist der Klarstein Gärkeller Pro Görbottich (30 l) mit Hefeablaufventil.

Läutern und Würzekochen können ebenfalls im Maischekessel stattfinden. Daher entfällt die Anschaffung von Läuterbottich und Sudpfanne.

Den Maischekessel habe ich später mit einer Isomatte und einer Sonnenschutzfolie für’s Auto isoliert, um ein wenig Energie einzusparen. Die Isolierung wird in der Abkühlphase abgenommen.

maischekessel-gaerbottich
links Maischekessel, rechts Gärbottich

Mühle

Malz kaufe ich ungeschrotet ein.
Zum Schroten habe ich in eine hochwertige Malzmühle mit einstellbarem Mahlgrad und Trichter (MattMill Master; Handbetrieb; optional mit E-Motor oder Akkuschrauber angetrieben) investiert.
Diese habe ich auf ein Regalbrett aus dem Baumarkt (entsprechenden Ausschnitt ausgesägt) geschraubt. Eine Kunststoffbox dient der Aufnahme des Schrotes.
Im Handbetrieb sind 4-6 kg Malz in ca. 5 Minuten geschrotet.

Brauhaus - MattMill Master Malzmühle
MattMill Master

Sonstiges Werkzeug

Trotz Zirkulationssystem wird zum Einmaischen und später gelegentliches Rühren ein „Rührgerät“ benötigt. Ein hölzernes Maischepaddel ist hierfür die erste Wahl.
Um ein zügiges Abkühlen der Würze zu gewährleisten, habe ich eine Kühlspirale (Klarstein), eine Pumpe fürs Kühlwasser, Schläuche, und einen 100 l Baustelleneimer beschafft.

Die „Laborausstattung“ darf auch nicht fehlen: Eine Bierspindel und ein Refraktometer zur Messung der Stammwürze bzw. des Restextraktes, ein Thermometer, Messbehälter, Pipetten, Bechergläser, Glaskolben, Lugolsche Lösung (Kaliumiodid) für die Stärkeprobe und diverses Kleinmaterial. Schließlich soll das Ergebnis ein gutes Bier gemäß der Planung ergeben (zumindest nahe dran).
Isopropanol zur Desinfektion der Gerätschaften darf auch nicht fehlen.

Eine Küchenwaage zum abwiegen des Malzes, eine Feinwaage für den Hopfen, ein paar saubere Küchentücher, Küchenpapier, Bürsten, Lappen, Reinigungsmittel etc. sind obligatorisch.
Ein großer Kochtopf ist ebenfalls von Nutzen (abkochen von Filtertüchern und anderen Gerätschaften, Bereiten des Nachgusses etc.).
Zum Abfiltern des Trubes habe ich anfänglich mit Stoffwindeln gearbeitet. Die Ergebnisse waren zufriedenstellend. Nach Umstellung auf Monofilament-Filtertücher waren die Ergebnisse jedoch besser.

Leergut

Letztendlich brauchte ich leere 0,5 l Bügelflaschen zum Abfüllen meines Gebräus.
Also war die Aufgabe, 2 Kasten leere Flaschen zu „produzieren“ (meine Wahl fiel auf Mönchshof Kellerbier und Aktien Zwickl).

Ein Abfüllröhrchen erleichtert das Abfüllen in Flaschen.

Brauhaus – Testlauf

Der Maischekessel wurde nach Lieferung einer gründlichen Reinigung unterzogen.

Da gewisse wichtige physikalisch-chemische Prozesse beim Maischen in relativ engen Temperaturbereichen stattfinden (sie dazu Rasten), habe ich anschließend für einen Zeit/Temperatur-Abgleichtest die Anlage mit 20 Litern reinem Wasser in Betrieb genommen.

So konnte ich feststellen, ob der eingebaute Temperaturfühler ausreichende Genauigkeit aufweist. Außerdem wollte ich wissen, welche Zeiten bei welcher Leistung benötigt werden, um die nächsten Temperaturstufen zu erreichen (Aufwärmzeiten).

Zur Vergleichsmessung habe ich mein später verwendetes Digitalthermomenter (Grillthermometer) und ein geeichtes Glasthermometer (Leihgabe) verwendet.
Die Ergebnisse waren ausgezeichnet.

Das Brauhaus ist bereit für die Bereitung des ersten Bieres.

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Rezeptur

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